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Ernuechterung

Eigentlich hat es nur Trouble gegeben, seit ich hier bin. Staendig Streitereien und krumme Deals mit dem Lohn ( oder gar kein Lohn am Zahltag). Ist nicht so lustig hier. Generell sitzen in der Bar irgendwelche alten Kerle ab 10 Uhr morgens und spaetestens um 14 Uhr kann ich sie nicht mehr verstehen.
Die Jugend ist ganz in Ordnung, habe durch meine Kollegin Kelly ein paar Leute kennengelernt, sie sind nur schrecklich gelangweilt und desillussioniert.
Vermutlich werde ich hier bis naechsten Dienstag verweilen und dann meinen Lohn abholen und das Weite suchen. Fuer einen Hungerlohn muss ich nicht hier abquaelen.

2 Kommentare 7.3.07 04:35, kommentieren

Middle of Nowhere

Habe gerade mal so erfahren, dass in diesem wunderschoenen Kaff nicht mal einen Computer mit USB-Access fuer die Oeffentlichkeit gibt. Nun ja, da muss ich wohl bei irgendjemanden privat Fotos hochladen (wenn ich denn mal welche gemacht habe).
Ansonsten hat sich die Lage hier akklimatisiert und das Leben verlaueft wieder in normalen Bahnen.
Sonntag bin ich mal aus der Stadt rausgekommen. Aber es ist echt so, man faehrt 30km und erreicht ein Dorf mit 20 Haeusern, nem Pub und einem Convenience-Store. Das ist nicht den Sprit wert. Jetzt weiss ich, dass ich in einem der groesseren Provinznester gelandet bin.

14.3.07 02:18, kommentieren

Neues aus Narrogin

... gibt es nicht viel. Habe mir gestern mal einen Tag frei gegoennt. Allerdings ist es ganz schoen fatal, wenn man in der prallen Sonne einen feuchtfroehlichen Abend einlaeutet. Diesmal habe ich zum ersten Mal auf der anderen Seite der Bar gesessen, was eindeutig bequemer ist.
By the way, mein Boss hat mich gefragt, ob ich denn meinen Job mag und bla bla bla. Habe a bissl herumgedruckst (wegens der Bezahlung). Da haut er doch raus, dass er gern zwei Wochen, bevor ich gehe, ein anderes Maedel von der Agentur vermittelt bekommt, damit ich sie trainen kann. Was denn bitteschoen? Bier zapfen??

22.3.07 03:57, kommentieren

Beim Schafe scheren

Nachdem ich mal wieder einige Streitereien mit meinem Boss hatte, habe ich anstatt eines Freitag- oder Samstagabends, um den ich gebeten hatte, den ganzen Mittwoch und Donnerstag frei. Toll, was tun, wenn alle arbeiten? Sich von jemanden auf Arbeit mitnehmen lassen. Zwar musste ich dafuer schon um 6 aufstehen, aber besser als den ganzen Tag rumgammeln. Somit stand ich dann gestern frueh in der Scherfabrik einer meiner Gaeste. War echt ne Abwechslung und ich habe es mir viel stinkiger vorgestellt. Schafe scheren an sich ist ein Knochenjob (ich hatte sogar Probleme ein Schaf in ein Gatter zu bewegen, da sie so schwer und aufgrund der fetten Wolle nicht greifbar sind). Deswegen koennte ich wohl niemals ein Schaf so bezwingen, um es scheren zu koennen. Der Rest ist easy. Man sammelt das Fleece mit den Hinterbeinen zuerst auf und wirft es (mit einer speziellen Technik allerdings) auf einen Tisch, wo Verkrustungen aller Art (Schweiss, Blut, Markierung) abgezupft werden. Dann wird die Wolle zu Ballen mit je 70kg gepresst. Nach der Qualitaet (die reine, verkrustete oder Bauchwolle) richtet sich dann der Verkaufspreis.
Je weiter der Tag fortschritt, umso bockiger und zappliger wurden die Schafe und desto mehr Blut ist geflossen. Eines wurde so verletzt, dass der Scherer Nadel und Faden gezueckt hat und es einfach zugenaeht (wie ein Stueck Stoff) hat.

1 Kommentar 29.3.07 08:31, kommentieren