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Pferderennen

Am Dienstag ging in ganz Victoria die Post ab. Es war Melbourne Cup Day, ein Feiertag, doch leider liegt unsere Fabrik schon in New South Wales, wo es diesen Feiertag nicht gibt. Anlass fuer diesen freien Tag ist ein alljaehrliches Pferderennen in Melbourne! Doch auch Mildura hat eine eigene Rennstrecke. Und dort war ich. Es war herrlich einfach nur zu sehen, wie sich jeder in Schale geworfen hat. Die Frauen mit riesigen Hueten und Federn im Haar, wie in kitschigen US-Filmen, fuehrten ihr neuestes Gucci-Kleid aus. Natuerlich ist gesehen werden die Hauptsache. Dazwischen bin ich mit ein paar Haeppchen fuer die High Society Maeulchen rumgesprungen.
Abends hatte ich dann ein echt geniales BBQ-Erlebnis. Das Fleisch wurde nicht auf den Rost gelegt, sondern in Alufolie eingewickelt. Das Ganze mit viel Gemuese versehen und mit Glut in einer Art Kaeseglocke eingegraben. Wenn man das mittags vorbereitet, kann man sein Abendessen ausgraben. So sieht die traditionelle Art zu kochen in Neuseeland aus!

1 Kommentar 8.11.06 08:30, kommentieren

Swan Hill

Am Samstag war ich mit Lisa in Swan Hill, was noch kleiner und provinzieller als Mildura ist. Um 4h Shoppen zu gehen, nimmt man doch glatt eine Farhzeit von 2x 3h in Kauf. In diesem Staedtchen habe ich zum ersten Mal in meinem Leben Mormonen gesehen und nicht nur das: Die Aussies sind so aufgeschlossen, die setzen sich mit denen, was wir als Sekte bezeichnen, an einen Tisch und diskutieren im wahrsten Sinne des Wortes ueber Gott und die Welt. Wenn man dann die Rolle des stillen Beobachters inne hat, erkennt man die rhetorischen Kuenste dieser Klinkenputzer. Allein schon das Erscheinungsbild: Hemd, Schlipps und Hut... und einen Schuljungenrucksack voller Mormonbuecher (wovon ich jetzt eins in meinem Schrank rumliegen habe).

2 Kommentare 12.11.06 04:10, kommentieren

Brandunfall

Bei dem Versuch meine ersten Krautrouladen ueberhaupt zu zaubern habe ich beinahe unsere koreanische Huette angebrannt. Der Topf zu heiss und als ich das Oel rein geschuettet habe, ist er entflammt. In der einen Hand die Krautrouladen (die ich nicht auf unseren keimigen Boden schmeissen wollte), in der anderen Hand den brennenden Topf, wie kriegt man ohne Haende eine Tuer auf? Die bloeden Koreanerinnen standen da wie die Kuehe auf der Alm, gafften und schrien nach WASSER. Da habe ich den Topf fallen lassen, die Haustuer aufgemacht und den Topf rausgeschossen.

2 Kommentare 15.11.06 07:40, kommentieren

Erfahrungen auf dem Weinberg

Am Wochenende bin ich zur Muslimin geworden. Grund dafuer war ein neuer Job im Weinanbau: Bunge streaming (ca die Haelfte der noch unreifen Reben abschneiden, um groessere Trauben zu bekommen). Und da es hier im Durchschnitt 38-40Grad sind, brennt der Planet sehr. Deswegen arbeitet jeder langaermlig und mit vielen Tuechern und Hueten vermummt.
Mittlerweile wurde auch hier die Weihnachtsdeko gehisst und es ist ein richtig komisches Gefuehl, wenn man geschmueckte Tannenbaeume im Sommer sieht.

1 Kommentar 20.11.06 04:40, kommentieren

Endspurt

Jetzt geht es ans Abschiednehmen, denn am Donnerstag werde ich nach 4!!! Monaten Mildura verlassen. Davor heisst es viele Leute nochmal treffen und eigentlich hat die Woche zu wenig Abende.
Am Dienstag hatte ich das erste richtig BBQ aufm Lagerfeuer, allerdings war die Luft an diesem Tag 42 Grad heiss und staubtrocken. Die Brandwarnung stand auf dunkelrot, aber das interessiert die Aussies nicht. Hauptsache sie koennen ihren eigenen Brand loeschen

26.11.06 06:06, kommentieren

Jetzt ist es endlich richtig Sommer...

.. so mit 44 Grad an besonders heissen und nuuur 35 Grad an kuehleren Tagen. Wie sich doch die Relationen aendern: Morgen wird es angenehm kuehl mit 38 Grad (das ist schon nicht mehr normal, oder?). Leider Gottes gibt es in dieser Verpackungshalle keine Klima-Prima, sondern lediglich einen Lueftungsschacht.
Doch wenn man im Fluss ne Runde dreht (sollte ich besser unterlassen, da letzte Woche erst jemand ertrunken ist) und danach ein paar Steaks auf den Rost haut, ist es auszuhalten.

2 Kommentare 28.11.06 07:12, kommentieren

Der letzte Tag in Mildura

... und es gibt noch allerhand zu organisieren. Zuallererst natuerlich die Loehne, Lohnsteuerkarten und Rentenkram abholen. Deswegen muss ich nochmal an die Orte des harten Schuftens zurueckkehren. Dann natuerlich Waesche waschen und Koffer packen. Bin schon ein bissl aufgeregt, aber in Sydney werde ich von Yumi erwartet, die Mildura vor ca. 2 Monaten verlassen hat. Also bin ich nicht ganz allein.
Gestern abend haben ich mit meinen koreanischen Mitbewohnern Abschied gefeiert und sie haben sich doch tatsaechlich mal Muehe gegeben Englisch zu sprechen.

30.11.06 00:29, kommentieren